Leitfaden zum Umgang mit ungebetenen Gästen

Nach dem Buch ist vor dem Buch.

Auf dieser Seite findet Ihr die erste Leseprobe zu meinem neuen Buch.

Diesmal wird es eine Sammlung von Kurzgeschichten sein. Die Geschichten variiren von SF, Horror, Fantasy oder sind einfach nur ziemlich abgefahren.

Das Buch soll so etwa 7 bis 9 Geschichten beinhalten.

Viel Spaß beim Lesen

Euer Rex

 

 

...Vater sein,

dagegen sehr!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prolog

Mit einem gleichmäßigem Platsch dreht sich die Wäsche in der Trommel und Robbi sitzt vor der Waschmaschine und verfolgt fasziniert dieses Schauspiel. Er liebt es mit seinem Papa waschen zu gehen. Nach der Schule und am Wochenende ist regelmäßig Waschzeit. Denn Robbi ist Authist und Epileptiker  und er mag Dinge die sich drehen - Windräder, Propeller, alle Arten von Fahrzeugrädern und ganz besonders seine Waschmaschine. Denn die dreht mal langsam und mal schnell und mal links und mal rechts rum. Heute ist er etwas erkältet und deshalb nicht in der Schule.

"Maschine, gib Gas!" sagt er und klatscht vor Freude in die Hände.

Torben muss lächeln. Na, der Zwerg scheint ja einen Heidenspaß zu haben, denkt er und beugt sich wieder über seinen Comic.

Er sitzt unten in der Praxis seiner Frau Heide auf dem Sofa und genießt gerade das Leben. Robbi hat Spaß, er hat Spaß und Heide kann sich oben in ihrer Wohnung mal eine Auszeit gönnen. Den Kleinen zu versorgen kostet schon eine Unmenge an Kraft und da freut man sich schon über eine Pause.

Im Radio läuft leise NEWS 89,4 und die Welt ist in Ordnung. Bei den bekloppten Amis ist am Wochenende mal wieder Erntedankfest und den ganzen Tag machen die Werbung für den Scheiß. Da können die sich mal endlich wieder die Bäuche voll schlagen. Na, fette Amis gibt es doch schon genug, oder?! Eine schön gruslige Halloweenparty ist da schon was besseres!

"Papi, omm!"ruft da der Wicht.

"Ja, Robbi!"

Torben steht auf und geht durch den Fahrradkeller in den Waschraum. Robbi sitzt vor der Maschine von Nachbarin Sabrina und dreht sein Spielhandtuch in der Trommel mit rasender Geschwindigkeit.

"Maschine allum?"

"Ja, mein Held! Die Maschine schleudert  gleichund macht dann allum!"

Plötzlich stutzt Torben.

" Warte mal, Robbi. Papa kommt gleich wieder!"

Er geht zurück in die Praxis und hört aufmerksam zu, was der Sprecher im Radio verkündet.

"Wie uns soeben mehrere Hörer melden, sind an mehreren Orten in Neuss seltsame Objekte aufgetaucht. Sie sehen aus wie riesige blaue Krabben und wären plötzlich wie aus dem Nichts aufgetaucht. Ebenso, melden Hörer wurden diese Dinger in Grevenbroich und Kaarst  gesich...“

Die Stimme brach auf einmal ab. Torben ging zum Radio und schaltete auf einen anderen Sender - tot! Der nächste - das gleiche. Und auch die anderen, egal welchen er wählte.

 Plötzlich hatte er das Gefühl das irgendwas nicht stimmt. Er fühlt sich so seltsam auf einmal, so als müsste er sofortlos und an einen bestimmten Ort fahren. „Komm zum Rheinpark! Komm zum Rheinpark! KOMM!“

Er ging Richtung Tür zum Treppenhaus, blieb aber stehen und verharrte. Rheinpark??? Was zum Geier sollte er am Rheinpark? Er hatte doch Robbi und musste sich um den kümmern! Er ging zurück in den Waschmaschinenkeller. Er spitzte die Ohren.

In Treppenhaus schien ganz schön was los zu sein. Da klappten Türen, Schritte kamen die Treppen herab und dann schlug die Haustür ins Schloss.

"Robbi, komm mal mit nach oben!"

Torben fasste seinen Sohn an der Hand und gemeinsam gingen sie nach oben in die Wohnung.

"Heide? " rief er, aber erhielt keine Antwort.

Da war er wieder diese Stimme die Ihn aufforderte zu gehen, aber er wiederstand ihr. Da sah er vor dem Fenster, wie Massen von Menschen die Straße entlang gingen. Sie kamen ihm vor wie Marionetten. Was geht denn hier ab? Seltsame Objekte und nun all diese Leute auf der Straße! Und warum liefen die ohne Jacken und Mützen durch dieses Mistwetter? Draußen goss es seit Tagen in Strömen, da blieb man doch lieber zuhause statt fast unbekleidet draußen rum zu laufen. Da war wieder diese Stimme in seinem Kopf KOMM! - und er wollte erneut losgehen, doch  da war ja noch sein Sohn. Er konnte ihn doch nicht allein lassen - Robbi würde keinen Tag ohne fremde Hilfe überleben!

"Heide? " rief er wieder, doch er bekam immer noch keine Antwort.

"Mami, arbeiten?"  wollte der Kleine  wissen.

"Ja, Mami muss arbeiten, kommt aber gleich wieder."

Was zum Teufel geht hier vor sich? Wo ist meine Frau? Wo wollen alle Hin? Woher dieser Zwang zu gehen?

Zu viele Fragen aber keine Antworten! Man könnte ja mal draußen nachschauen, vielleicht erfahre ich dann was, dachte Torben.

"Komm Robbi, wir gehen bissel flitzen!"

"Oh Ja, Papi!"

Er zog seinem Sohn Jacke und Mütze an, griff ebenfalls nach seinen Sachen und gemeinsam verließen Sie die Wohnung und traten auf die Straße. Mitten hinein in das Unmögliche .

 

Kapitel 1

Sarah fühlte sich schlecht. Sehr schlecht. Besser gesagt Hundeelend. Ihr war kalt und doch glühte ihr Körper wie im Fieber.

Wieder krampfte sich ihr ausgezehrter Körper unter der nächsten Wehe zusammen. Seit Stunden lag sie nun schon auf ihrem harten Lager im Arbeitshaus für aufgegriffene Prostituierte. Die Gesetze Ihrer Majestät der Queen waren hart. Aber wie hätte sie sich sonst am Leben erhalten können ohne ihren Körper zu verkaufen? Pech nur, dass sie bei einem lautem Streit mit einem Freier von den Bobbys verhaftet und ins Arbeitshaus gesteckt wurde. Pech auch, dass sie schwanger war.

Sie lebte hier, oder besser vegetierte, mit fast fünfzig anderen ehemaligen Liebesdamen zusammen. Sie mussten den ganzen Tag von früh bis zum Einbruch der Nacht hart arbeiten, bekamen aber kaum zu Essen und waren nur etwas mehr als Haut und Knochen. Und mindestens dreizehn Frauen waren von irgendwelchen Freiern schwanger. Sie würde das Kind, wenn es die Geburt überlebte, sowieso abgeben müssen. Kinder waren hier nicht erlaubt und die kamen dann ins Waisenhaus.

Die nächste Wehe ließ sie laut aufstöhnen. Es musste gleich kommen. Die Schwester steckte kurz den Kopf in ihre Kammer und ging dann den Arzt holen.

Die nächste Wehe kam und nahm ihr den Atem. Er floss aus ihr heraus wie ihr Kind und ihr Leben...

Jane presste ihr Kind aus sich heraus und schrie dabei. Welcher von den scheiß Freiern hatte da nicht aufgepasst?

Hier war es noch schlimmer als auf der Straße. Da bekam sie wenigstens ein paar Penny für ihre Dienste und hatte fast immer satt zu Essen und konnte sich meistens raus suchen mit wem sie es trieb.

Hier gab es nur harte Arbeit, kaum zu Essen und Schläge wenn man nicht spurte.

Sie presste noch fester und spürte wie das Kind kam. Es war, als würde ihr Unterleib zerreißen  und ihr wurde schwarz vor den Augen vom Schmerz.

Noch einmal, dann musste es doch vorbei sein!

Da, es kam aus ihr heraus! Blutig und schleimig schob sich der Säugling zwischen ihren Beinen heraus und erblickte seine neue Welt.

Was für eine schöne Welt würde es wohl für ihn werden? Erst Waisenhaus, dann in ein Arbeitshaus für Männer oder Flucht auf die Straße. Und dann Dieb, Räuber oder Halsabschneider. Zuchthaus oder Galgen?

Welch schöne Welt!

Schritte erklangen auf dem Flur. Das würde wohl die Oberwärterin sein und die würde sich ihr Kind holen...

Rumpelnd bahnte die Polizeikutsche sich ihren Weg durch die Nacht. Durch verwinkelte Straßen, durch Schlamm, Abfälle und Fäkalien, durch den eisigen Wind und über holpriges Pflaster. Das victorianische London war keine schöne Stadt. Schon gar nicht bei diesem Wetter. Die wenigen Gaslaternen verbreiteten eine düstere Helligkeit. Zuwenig um den Weg genau zu sehen aber der Gaul kannte sein Ziel. Der Kutscher zog sich den Kragen seiner Jacke höher und die Mütze tiefer ins Gesicht. Gern hätte er auf diese Fahrt verzichtet aber Dienst ist nun mal Dienst und das Waisenhaus brauchte Nachschub. Und den gab es im Arbeitshaus wohl genug. Fast die Hälfte aller dort eingesperrten Prostituierten war schwanger und die Kinder kamen dann ins Waisenhaus. So war das nun eben. Zumal immer öfter Kinder verschwanden. Das war nichts Neues, aber es passierte in letzter Zeit sehr oft. Und seltsamerweise verschwanden nur kranke Kinder - Deppen, Schwachsinnige und Fallsüchtige. So als würde jemand alle kranken Kinder entsorgen.

Nun, dass war nicht sein Problem. Er hatte nur die zwei Neugeborenen abzugeben und fertig. Dann konnte er wieder zur Polizeistation zurück fahren und sich am Kamin aufwärmen und einen heißen Tee trinken.

Das Licht der wenigen Laternen wurde spärlicher und die Dunkelheit schien sich wie ein schwarzes Tuch über die Stadt zu legen. Aber er kannte seinen Weg, er fuhr oft zum Waisenhaus - sehr oft.

Langsam schälte sich ein dunkler Kasten aus der Finsternis. Ein einsames Licht brannte in einem der unteren Fenster.

Der Kutscher lenkte den Wagen durch die enge Zufahrt und zog vor dem Eingang die Zügel stramm. Das Pferd hielt an und scharrte nervös mit den Hufen. Der Kutscher zog die Bremse an und stieg vom Bock. Wie Nadeln fuhr ihm ein eiskalter Windstoß ins Gesicht und er zog den Kragen noch höher, stapfte zur Tür und hieb mit der Faust dagegen.

Leises Schlurfen erklang im Haus. Die Tür öffnete sich einen Spalt und ein abgrundtief hässliches Gesicht lugte heraus.

"Sergeant Walker! Hab zwei Neue. Holt sie aus dem Wagen, ich will zurück!"

Die Tür öffnete sich nun weiter und die Besitzerin des hässlichen Gesichtes trat heraus und ging mit dem Kutscher zum Wagen. Dieser öffnete den hinteren Verschlag und reichte der Schönheit zwei Körbchen, in denen die weinenden Babys lagen. Diese griff sich die zwei Behältnisse und drehte sich wortlos um und schlurfte zurück zum Haus. Mit einem Knall schlug die Tür zu und der Kutscher stand allein im  dunklen Hof.

Er stieg wieder auf den Kutschbock, löste die Bremse und verpasste dem Gaul einen Schlag mit der Peitsche. Mit stoischer Gleichmut setzte sich das Pferd in Bewegung. Sergeant Walker wendete den Wagen und Pferd und Kutscher machten sich auf den eisigen Weg zurück zur Politeistation.

Fort von diesem trostlosen Ort ...

Kapitel 2

Erbarmungslos brannte die Sonne vom Himmel und ihre Strahlen brachen sich in der glasigen Oberfläche in dieser schier endlosen Ebene. Wohin das Auge auch schaute herrschte nur diese öde Kargheit. Kein Busch, kein Baum durchbrach diese Leere. Die Erde verbrannt von unvorstellbarer Hitze und steril von harter Strahlung. Heißer Sturm fegte über das Land.

Ein einziges Detail konnte das Auge eines Betrachters entdecken, das so gar nicht zu dieser Eintönigkeit passte. Ein gigantischer , flacher schwarzer Hügel der wie ein Pickel im Gesicht einer Schönheitskönigin wirkte . Er glänzte metallisch im gleißendem Licht der Sonne. Er war auch aus Metall, dem härtesten und widerstandsfähigsten das es gab und er war eine Festung. Ein Wall , geschaffen um Leben und Tod zu trennen, auf das sie sich nie trafen . Er war das Bollwerk der Menschen die unter diesem Schild lebten. Geschaffen um sich zu schützen vor der Hitze hier draußen und der tödlichen Strahlung die immer noch herrschte. Damals lag dieser gigantische Deckel in einer grünen Ebene. Tiere zogen durch das Grasland, Vögel flogen am strahlend blauen Himmel. Doch als der Untergang begann, kamen Sie zu Hunderten und suchten Zuflucht im Bunker unter der Oberfläche. Viele konnten gerettet werden, doch noch mehr mußte der Zugang verwehrt werden. Die Kapazität des Bunkers war beschränkt und so schloß sich der stählerne Deckel ohne das alle in Sicherheit gebracht werden konnten. Und die die übrig geblieben waren verwehten im Gluthauch des Atomfeuers und verglühten als die grüne Ebene sich in eine Glasscheibe verwandelte. Und doch war dieser Deckel auch ein Tor, ein Tor heraus aus der Geborgenheit in den Tod. Selten öffnete sich diese Tür und wenn dann nur um sich zu holen, was es unter der Erde nicht gab. Dann zogen sie aus, die letzten, die überlebt hatten und deren Nachkommen. Schwer gepanzert fuhren sie hinaus in die endlose Weite, hin zu den Zeichen einer untergegangenen Zivilisation. Dort holten sie sich alles was noch übrig war an Rohstoffen. Doch bald werden auch diese verbraucht sein...

Klaas - 634 zog seine Runde.

Muss schützen! Muss Essen schützen vor Monster!

Klaas - 634 stapfte mit seinen stählernen Beinen zwischen den Beeten mit den Pilzen entlang und hielt die Umgebung wachsam im Auge. Sein flacher eisener Schädel drehte sich unablässig im Kreis und fixierte die Wände der Pilzhöhle.

Es war düster in der Höhle. Und warm. Und feucht. Ein modriger Geruch erfüllte den riesigen Hohlraum. Beste Bedingungen um hier Pilze zu kultivieren .

Aber das war Klaas - 634 egal. Seine Existenz setzte ihm andere Prioritäten.

Wenn Monster kommt - dann töten Monster!

Unermüdlich stampfte er weiter, bemüht nicht auf die Ernter zu treten, die in den Feldern die Pilze pflückten.

Er war nicht der einzige Wächter hier unten. Dazu war die Pilzhöhle zu wichtig! Sie versorgte die Bewohner mit Nahrung. Die Pilze waren das einzige was hier unten gedieh. Und natürlich Würmer! Die gediehen hier unten prächtig und versorgten die Menschen mit Proteinen. Mehr an Nahrung gab es hier unten nicht aber es reichte zum Leben. Klaas - 634 hatte nie Hunger. Wenn er zur Ruheschicht stillgelegt wurde, füllte man seinen Tank für das Gehirn mit Nährflüssigkeit und seine Batterien mit Strom. Nein, Klaas - 634 brauchte nie etwas zu essen, denn Klaas - 634 war ein Cyborg. Eine Wächtereinheit aus dem besten Stahl, schwer bewaffnet und nie müde oder unaufmerksam. Sein Gehirn war perfekt konditioniert wurden, bevor es in den Roboter verpflanzt und mit dessen Systemen verbunden wurde.

Er funktionierte perfekt, wie alle seine Kollegen. Kleine Geister in großen Maschinen, die ihre Aufgaben kannten. Und sollte es mal zu etwas Unvorhergesehenen kommen, ja dann war da diese Stimme, die ihnen half die richtige Entscheidung zu treffen.

Klaas - 634 schritt weiter auf dem vorgegebenen Weg durch die Felder und seine Sensoren überwachten die Umgebung in seinem Abschnitt. Links und rechts von ihm waren Piet - 278 und Jorge - 433 unterwegs auf ihrem Weg. Die Überwachung war perfekt geregelt und jeder Meter der riesigen Höhle lag unter den wachsamen Augen der Wächtereinheiten.

Doch plötzlich hielt Klaas - 634 inne. Seine Sensoren meldeten ihm eine Erschütterung an der Höhlendecke schräg vor ihm.

Leise rieselten kleine Steinchen auf das Feld vor ihm herab.

Alarm! Monster kommen!

Klaas - 634 fuhr seine Waffenarme aus und richtete sie auf die Stelle an der Decke. Die Steinchen wurden bereits zu Steinen. Die Höhle erzitterte und Risse bildeten sich oben. Mittlerweile fielen schon größere Brocken herab.

Mit einem lauten Krachen fiel nun ein riesiger Felsbrocken herab und etwas Schwarzes schob sich aus dem entstandenen Loch.

Achtung ! Monster kommt Pilz holen! Muss Essen schützen!

Klaas - 634 fing an auf den riesigen Wurm zu feuern. Ja, was da aus dem Loch kam war mal ein einfacher kleiner Regenwurm gewesen. Aber der Untergang hatte nicht nur Leben vernichtet, nein er hatte neues erschaffen und er hatte Leben verändert. So hart die Strahlung auch war, niederes Leben hatte überlebt und sich verändert, wogegen höheres Leben ausgerottet wurden war.

Und das was hier aus dem Loch an der Höhlendecke kroch, war so ein Produkt der Veränderung.

Klaas - 634 schoß sich auf den Wurm ein. Die Geschoßhülsen flogen nur so herum und die Mündungen seiner Waffenarme begannen sich rot zu verfärben. Inzwischen war der Wurm ganz aus dem Loch gekrochen und klatschte mitten ins Pilzfeld. Er wand sich unter dem Hagel der Geschoße aber diese verletzten ihn kaum. Seine Haut war hart gepanzert und jedes seiner Segmente war mit allen lebenswichtigen Organen ausgerüstet. Sein Kopf pendelte hin und her und er wand sich auf Klaas - 634 zu.

Unterdessen waren Piet - 278 und Jorge - 433 zu Hilfe geeilt und beteiligten sich am Scheibenschießen auf den gigantischen Wurm.

Klaas - 634 feuerte unentwegt weiter. Seine Waffenarme hatten sich nun fast bis zur Weißglut erhitzt aber Klaas - 634 kannte keinen Schmerz und leerte Magazin auf Magazin in den Körper des Wurmes.

Der Wurm hatte Klaas - 634 erreicht und fegte ihn mit einem Schlenker seiner vorderen Körpersegmente zu Seite. Klaas - 634 flog in hohem Bogen durch die Höhle und krachte hart auf den Boden. Er stand sofort wieder auf seinen stählernen Beinen und feuerte weiter, immer weiter.

Plötzlich löste sich ein großer Fels von der Decke und krachte auf Piet - 278 und zerschmetterte seinen Kopf. Piet - 278 sackte in sich zusammen, hörte auf auf den Eindringling zu schießen, sein riesiger Roboterkörper fiel um und blieb regungslos liegen.

Der Wurm wand sich nun wie wahnsinnig hin und her und sein Körper peitschte ziellos herum. Der Beschuss schien nun doch Wirkung zu zeigen. Immer mehr Körperflüssigkeit floss aus den Ungetüm heraus.

Klaas - 634 stampfte, ohne Unterlass weiter feuernd, wieder auf den Wurm zu. Mittlerweile hatte sich fast sein gesamter Oberkörper so erhitzt, dass er hellrot leuchtend strahlte. Aber er feuerte weiter auf den Wurm.

Muss Essen schützen!

Auch Jorge - 433 schoss pausenlos auf das Vieh und langsam verließ den Wurm seine Kraft.

Er fiel in sich zusammen und fing an unkontrolliert zu zucken.

Klaas - 634 und Jorge - 433 gaben ihm nun den Rest  und die Bewegungen des Wurmes erlahmten und plötzlich lag er einfach nur noch regungslos da.

Monster tot!

Klaas - 634 hatte seine Pflicht getan und der Eindringling war vernichtet. Doch dieses Gefecht schien wohl auch für Klaas - 634 zu viel gewesen zu sein. Sein metallener Körper hatte sich mittlerweile so erhitzt, dass die Munition in seinem Inneren explodierte und ihn einfach zerriss. Trümmerstücke flogen durch die Luft und schlugen auch in Jorge - 433 ein und machten auch dessen Existenz ein Ende.

Peer - 001 war verzweifelt. Wieder hatte ein Angriff der Riesenwürmer sie drei Wächtereinheiten gekostet. In letzter Zeit häuften sich diese Attacken und sie erlitten immer häufiger Verluste. Wie sollten sie sich nur neue Wächter besorgen? Einfache Geister waren nicht leicht zu bekommen. Sie hatten zwar mehrere Programme laufen aber immer mussten Sie daran denken, nicht die Zukunft - ihre Gegenwart zu verändern.

Peer - 001 rief die Wissenschaftler des Stockes zusammen.

Als alle um den runden Tisch versammelt waren, richtete Peer - 001 das Wort an den Chefwissenschaftler Andreas - 021 .

"Wie ihr alle wisst, haben wir gestern wieder drei Einheiten verloren und uns geht der Nachschub aus! Wie weit ist das Projekt LONDON? Können wir uns neue Geister holen?

"Ja, wir haben das gesamte Arbeitshaus mit Toxoplasma gondii behandelt und die meisten der Insassinnen waren zu dem Zeitpunkt schwanger und haben mittlerweile geboren. Die Kinder sind wie immer am Rande Londons ins Waisenhaus gekommen. Nun könnten wir mit den Zeitkrabben die Produkte unserer Versuche ernten. Ich schlage vor, den Zeitpunkt um zehn Jahre nach der Behandlung zu wählen. Zu diesem Zeitpunkt sollten noch die meisten der Kinder leben und wir können leichter selektieren welche für unsere Zwecke zu verwenden sind."

"Gut! Dann sendet sofort einige Krabben nach London und holt so viele Kinder wie es geht. Aber scannt sie vorher genau, damit keines dabei ist, dass Nachkommen zeugen wird. Sonst wird es zu einem Zeitparadoxon kommen!

Macht euch an die Arbeit!"

Kurze Zeit später öffnete sich in dem gigantischen Deckel an der Oberfläche eine Öffnung und heraus flogen mehrere  Zeitkrabben und begaben auf den Weg zurück ins London des neunzehnten Jahrhunderts.